Samenergüsse – bio, frei und experimentell

Auch dem langweiligsten Monat kann die Erdhexe zauberhafte Fantasien abgewinnen.

Natürlich kann man um diese Zeit in allen möglichen Online-Stores Saatgut shoppen, sich eindecken mit allem, was das Gärtnerherz begehrt – ohne Rücksicht auf den Geldbeutel, die Umwelt, nachhaltige Ideale oder auch ohne Plan.

Macht frau aber nicht. Denn das, was ich in die Erde versenke, anbaue, keimen lasse, darf bitte auch meinen Prinzipien entsprechen. So vieles könnte ich ausprobieren, gucken, was bei mir wächst und gedeiht. Aber viel Saatgut heißt auch viel Arbeit. Und das will ich natürlich nicht. Ich gucke den Pflanzen gern beim Wachsen zu. Auch wenn man ihnen nicht ansieht, ob sie Hybriden sind oder nicht, Erstere möchte ich nicht in meinem Garten haben. Und Monsanto oder andere Saatgutkonzerne unterstützen geht nunmal gar nicht. Also war ein bisschen Arbeit angesagt – im Sitzen versteht sich. Recherche darüber, woher ich Samen bekomme.

Tauschbörsen für Saatgut

Hier findet Ihr ein entsprechendes Forum: https://www.saatgut-tauschen.de/.  

Aber wie der Name schon sagt, brauchst Du was zum Anbieten. Also werde ich diese Möglichkeit frühestens ab dem nächsten Jahr in Anspruch nehmen können.

E.ay-kleinanzeigen oder andere örtliche Anbieter durchforsten

Ich habe so einige Pflanzenfreunde gefunden, die privat ziemlich verrückte Sachen anbauen, gern auch Tipps geben zum Anbau, deren Saatgut aber zum Selbstkostenpreis abgegeben wird. Durch den eher inoffiziellen Charakter bin ich eher noch zurückhaltend und schiebe auch diese Möglichkeit auf das nächste Jahr.

N wie Nebenan

Ob im Kleingartenverein oder Wohngebiet – einfach mal gucken, den Mantel der Schüchternheit ablegen und fragen. Face to face – nicht anonym über Anzeigen. Ich baue gerade ein paar Kontakte auf – die Leute kommen ja jetzt erst wieder so langsam aus ihren Höhlen gekrochen 😉 , und werde da sicher noch die ein oder andere Pflanze „abstauben“.

Und klar, wer so wie ich am Jahresbeginn Geburtstag hat, kann die Schenkenden dezent nachdrücklich auf fehlendes Saatgut oder Pflanzen – gern auch in Gutschein-Form- hinweisen. Der Lieblingssohn bricht demnächst zu einer etwas längeren Tour durch Europa auf und bekommt natürlich „seinen“ Bildungs-/Sammelauftrag gratis mit dazu.

Pflanzenbörsen stehen im Veranstaltungskalender

Für meine Stadt gibts vom Naturfreundehaus eine Pflanzenbörse am 1. Mai. Ich freu mich drauf, und das Datum ist doch mehr als passend.

Kartoffeln – der Geschmack entscheidet

Meine Kartoffeltest-Phase neigt sich langsam dem Ende. Auf dem Wochenmarkt habe ich mich mit diversen Sorten unterschiedlicher Höfe eingedeckt. Alle schön klein und nur 500g von jeder Sorte. Und Kartoffeln kann ich ja…also immer kann ich die, meint der Lieblingssohn. Gibt auch nichts Schöneres als frische Pellkartoffeln. Zwei Favoriten hab ich schon, eine dritte Sorte fehlt mir noch. Dann folgt mehr dazu.

Online-Shops gibt es wie Sand am Meer

Ich war auf der Suche nach der Quadratur des Kreises, oder auch einfach nach einem Versand, der klein, aber groß genug ist, eine große Auswahl ungewöhnlicher aber auch normaler Sorten hat, mit einem übersichtlichen Shop, Tipps dazu, gern auch persönlich – ach ja und natürlich keine Hybriden. Und ich bin fündig geworden. Sogar kleine Stories und Rezepte findet man auf der Seite von Deaflora .

Natürlich konnte ich mich dann doch nicht so ganz zurückhalten und könnte mit dem Saatgut „ne ganze Kompanie“ versorgen. Na vielleicht stelle ich mich ja selbst am 1. Mai mit auf die Pflanzenbörse und werde überschüssige Pflanzen los. Ich hab ne Menge Kohl, dafür aber wenig Tomaten oder Paprika-/Chilisaat.

Vielfalt statt Macht

So lautet der Slogan der Heinrich-Böll-Stiftung, die sich eine Open-Source-Seed-lizenz besorgt hat und somit den Gegenentwurf darstellt zur Patentierung, Privatisierung und Monopolisierung von Saatgut. Auf deren Internetseite http://www.vielfalt-statt-macht.de könnt Ihr Euch dazu schlau machen. Oder Euren Beitrag leisten, indem Ihr Euch registriert, kostenlos ein Saatgutpäckchen Tomaten (inkl. Pflanzanleitung) anfordert und die daraus entstehenden Samen wiederum weiter verbreitet.

Bienen und Blumen

Kommen wir zum Wesentlichen 😉 , schließlich seid Ihr hier auf Greenhornys Blog gelandet, Karnevalszeit ist auch. Da macht sich sicher der ein oder andere zum Willi – der Biene wohlgemerkt:

Sorry, dass ich jetzt dem Einen oder Anderen die nostalgischen Kindheitserinnerungen versaut habe 😀 Eigentlich wollte ich auf Blumensamen hinaus. Habe – man glaubt es kaum – bei dm zugeschlagen: nicht nur Bio, auch eßbar, also ganz in Willis Sinn. Im Bio-Saatgut „Essbare Blüten“ Päckchen sind 5 verschiedene Samensorten inkl. Anleitung und Gartentipps enthalten: Kapuzinerkresse, Ringelblume, Kornblume, Drachenkopf und Cosmea. Und das Beste: der Kauf dieser Saatgutboxen, die es auch mit diversen (Balkon-)Gemüsen und Kräutern gibt, unterstützt den Saatgutfonds und damit Öko-Züchter, die samenfeste und patentfreie (gentechnikfrei versteht sich von selbst) Obst- Getreide- und Gemüsesorten entwickeln. Nachlesen könnt Ihr das hier.

Selbst Saatgut gewinnen

Für den Lottogewinn stehen die Chancen eher schlecht. Also ein wenig Arbeit reinstecken in das Gemüse, das bio gekauft und sowieso verarbeitet wird. Kerne von Kürbis und Co kann auch der feinmotorisch Unbegabte aus den Früchten sammeln, waschen und trocknen.

Die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ich finde sowieso, dass das „Machen“ im Vordergrund stehen sollte. Auch im Sinne von Ausprobieren. Über weitere Anregungen freue ich mich deshalb sehr.

Gerade durchzieht ein Duft von Sommer meine Bude. Und vielleicht verrate ich im nächsten Eintrag die Ursache dafür. Hier schonmal ein Hinweis:

3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Der Thomas sagt:

    Ich bin ja immer wieder erstaunt, mit welchem Enthusiasmus Du auf der Suche nach den Samen bist. Dass Du die Genlabore von Monsanto nicht unterstützen möchtest – gut so! Ich wünsche viel Erfolg. Dein Gärtchen wollte ich dann auch mal sehen, wenn alles blüht und duftet und so…
    Ach ja Duft in Deiner Wohnung. Mir fällt da der italienische Pianist Alberto Pomeranz ein 😉
    Liebe Grüsse und ein erholsames und fröhliches Wochenende…
    Thomas

    Gefällt 2 Personen

  2. Flowermaid sagt:

    … diese Video ist anscheinend nicht jugendfrei… du musst dich anmelden… 💦😂💦🤘🏻

    Gefällt 1 Person

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